2014/2015: Tabus

Dr.in Eva Zeglovits: Tabus in der Österreichischen Politik

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Zusammenfassung

Nicht alles, was in der Politik Tabu genannt wird, ist ein Tabu. Das große Tabu der Österreichischen Vergangenheitsbewältigung scheint heute jedenfalls gebrochen. Ob die Zusammenarbeit mit der FPÖ unter Jörg Haider ein Tabu war, ist fraglich. Tabu wird oft genannt, was nicht politisch korrekt ist oder der Mehrheitsmeinung widerspricht.

Mag.a Margit Appel und Mag.a Julia Hofmann: Tabus rund ums Geld

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Zusammenfassung

Sowohl die Armutsforschung als auch die Reichtumsforschung beschäftigen sich mit der ungleichen Verteilung von Wohlstand. Diese Ungleichheit betrifft zwar Frauen in besonderem Maße, allerdings ist die Zuschreibung, Armut sei weiblich, problematisch – sie fördert weder Politisierung noch Solidarisierung, sondern schreibt herrschende Verhältnisse als gleichsam biologistisch determiniert fest. Angemessener ist es, auf ausgrenzende Mechanismen hinzuweisen und die Konsequenzen ungleicher Verteilung zu thematisieren.

Dr. Ursula Baatz: Kulturelle Bedingtheit von Tabus

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Zusammenfassung

Religiös-kulturelle Tabus erklären sich oft aus einem Verständnis von Reinheit versus Unreinheit, so z. B. Reinigungsrituale und Speisevorschriften. Ein anderes Feld religiös-kultureller Tabus sind Bekleidungsvorschriften, die historisch betrachtet auf Klassenunterschiede zurückgehen. Die Rolle der Frau in den christlichen Kirchen hat sich seit dem Urchristentum sehr verändert, anfangs spielten Frauen eine, für die damalige Gesellschaft sehr prominente Rolle.

Die Forderung nach Trennung von Religion und Staat ist historisch betrachtet noch sehr jung, das Jahrtausende lange, enge Verhältnis zwischen weltlicher und geistlicher Macht ist bis heute spürbar. Die zunehmende Vielfalt religiöser Gemeinschaften verlangt einen respektvollen Diskurs und das Bemühen um wechselseitiges Verstehen.

Renate Welsh-Rabady: Gemeinsames Nachdenken über unsere Tabus

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Dr. Ulrike Felt: Forschung im tabufreien Raum

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Zusammenfassung

Es gibt keinen tabufreien Raum – dies gilt auch für die Wissenschaft. Tabus der Wissensproduktion betreffen vor allem die Qualitätssicherung, den Einfluss von Förder-gebern, Fragen der Verantwortung und den Umgang mit Grauzonen. Forschungsgebiete selbst sind dann tabu, wenn sie allgemein anerkanntes Wissen in Frage stellen oder breite gesellschaftliche Ablehnung erfahren. Aber ein Tabu kann nicht nur hinderlich, sondern auch innovationsfördernd wirken, indem es die Suche nach Alternativen forciert. Auch ein gezielter Tabubruch kann Innovationsraum eröffnen oder gewünschte Aufmerksamkeit auf ein Forschungsgebiet lenken.

Mag. Dr. Andrea Braidt: Tabubruch als künstlerische Grenzüberschreitung

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Zusammenfassung

Grenzüberschreitungen machen Grenzen erkennbar, diskutierbar und letztlich überwindbar, wie am Beispiel der Geschlechtergrenze gezeigt werden kann. Judith Butler  hat die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen der Geschlechtsidentität wesentlich geprägt, indem sie Geschlechtsidentität nicht als feste Identität, sondern als Konstrukt erkannte, als Identität, die nicht beschrieben, sondern zugeschrieben wird.

Zwei aktuelle Beispiele für Tabubrüche an der Geschlechtergrenze liefern Conchita Wurst / Tom Neuwirth und Jakob Lena Knebl, die auf unterschiedliche Art und Weise zur Auseinandersetzung mit Rollenstereotypen herausfordern. Sie zeigen, welche Irritationen derartige Grenzüberschreitungen auslösen, aber auch welche emanzipatorische Kraft ihnen innewohnt.