2011/2012: Wirtschaft und Finanzen

Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell: Die Zukunft der Europäischen Union nach der Staatsschuldenkrise Handlungsspielräume nationaler Wirtschaftspolitik

Die Datei FR_protokoll_20120620.pdf herunterladen 139,5 KiB

Zusammenfassung

Ursachen der Krise sind Fehlentwicklungen und Fehlannahmen. In einer stabilen Wirtschafts- und Währungsunion spielen Fiskalpolitik, Geldpolitik und Finanzmarktstabilität zusammen. Möglich wäre dies durch bessere Einhaltung und stärkere Überwachung bestehender Verträge oder durch eine stärkere europäische Integration mit dem Ziel einer Fiskalunion, die jedoch Fragen zu Eigenverantwortung / Souveränität bzw. Zentralisierung aufwirft und demokratisch legitimiert sein müsste.

Univ.-Prof. Mag. Dr. Gudrun Biffl: Die Bedeutung der Kommunen im Zeitalter der Globalisierung

Die Datei FR_protokoll_20120509.pdf herunterladen 232,1 KiB

Zusammenfassung

Die Globalisierung ist heute von technologischen Entwicklungen ebenso getrieben, wie von politischer, wirtschaftlicher und sozialer Vernetzung. Ein Effekt der Globalisierung ist die Verstärkung räumlicher Konzentrationsprozesse und damit verbunden die Verarmung peripherer Regionen. Die konventionelle Ökonomie hat hierfür kaum Lösungen anzubieten, während sich die Gemeinwesenökonomie diesem Problem stellt: sie verfolgt das Ziel, die Wohlfahrt aller in unseren Gesellschaften nachhaltig zu sichern, bei nachhaltiger Energie-versorgung und Sicherung der Umwelt. Gefragt sind neue Organisationsformen und Modelle kleinräumig vernetzter sozialer Dienstleistungen, die Arbeitsplätze unterschiedlicher Qualifikationsniveaus schaffen und gerade die Professionalisierung von Frauen fördern.

Univ.Prof. Dr. Helga Nowotny, Ph.D.: Europa zwischen Wissensgesellschaft und Innovationsunion

Die Datei FR_protokoll_20120321.pdf herunterladen 148,1 KiB

Zusammenfassung

Wissensgesellschaft und Innovationsunion sind Schlüsselbegriffe innerhalb der Europäischen Union für die erste bzw. zweite Dekade des 21. Jahrhunderts. Beide werden vor allem mit ökonomischen Zielen wie Wirtschaftswachstum konnotiert. Für breiter verstandene Wissensgesellschaft und Innovation sind Wissenschaft und Bildung tragende Säulen. In diesen Bereichen bestehen starke Ungleichheiten innerhalb der Europäischen Union, sowohl historisch als auch durch nationale Kompetenzen und die aktuelle Wirtschaftlage bedingt.

Dr. Elisabeth Klatzer: Geschlechterdimensionen des wirtschaftspolitischen Umbaus in der Europäischen Union

Die Datei FR_protokoll_20120215.pdf herunterladen 154,3 KiB

Zusammenfassung

Die aktuelle Krise ist Auslöser für einen beschleunigten „neoliberalen“ Umbau, der durch neue Steuerungsarchitekturen auf EU-Ebene institutionalisiert wird. Strenge, einseitig auf Sparen und Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtete „Economic Governance“-Regeln werden entwickelt, die der – demokratisch nicht legitimierten – Finanzbürokratie große Macht in wirtschaftspolitischen Entscheidungen einräumen und den Handlungsspielraum der Staaten einschränken. Der Zwang zum Sparen legitimiert Maßnahmen einer konservativen Wirtschaftspolitik, die Frauen in besonderer Weise treffen. Zusammenfassen lassen sich die Entwicklungen als maskuline Steuerungsmechanismen mit feminisierter Kostenabwälzung.

Dr. Margit Schratzenstaller-Altzinger: Auswirkungen der Finanzkrise auf die Fiskal- und Budgetpolitik der Länder

Die Datei FR_protokoll_20120118.pdf herunterladen 329,7 KiB

Zusammenfassung

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Fiskal- und Budgetpolitik der Länder ist ein sehr breites Thema, vier Aspekte werden behandelt:
- die Verschuldungssituation in Österreich und der EU,
- die Frage nach der Notwendigkeit einer Budgetkonsolidierung,
- die Bedingungen erfolgreicher Budgetkonsolidierungen und
- die Konsolidierungsstrategien in der EU.

Vor allem die Auseinandersetzung mit dem letzten Punkt, Strategien innerhalb der EU, ist schwierig, weil hier ein Informationsdefizit besteht.

Mag.a Silvia Angelo: Einkommens- und Vermögensverteilung & die Krise

Die Datei FR_protokoll_20111116.pdf herunterladen 152,0 KiB

Zusammenfassung

In den Industrieländern ist eine steigende Ungleichheit der Einkommen und eine immer größere Konzentration des Vermögens festzustellen. Dies sind Mitursachen für die Wirtschaftskrise, die nun massive Auswirkungen auf die Strukturpolitik hat. Eine Verringerung des staatlichen Leistungsangebots trifft vorwiegend Arme, wogegen Steuersenkungen in erster Linie hohe Einkommen entlasten. Von den ausgabenseitigen Sparmaßnahmen, wie sie die Schuldenbremse voraussichtlich bedeutet, sind Frauen besonders betroffen. Eine gleiche Verteilung der Einkommen wäre die beste Prävention für die Krise gewesen.